JUGEND OHNE GOTT

von Ödön von Horváth

Premiere  am 19.05.2015 Bie Bie  München / Volkstheater München

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REGIE MANUEL BRAUN
AUSTATTUNG AYLIN KAIP
DRAMATURGIE KATJA FRIEDRICH
ASSISTENZ ANNA GRUDE
 
MIT
JOHANNES MEIER
MEHMET SÖZER
URSULA BURKHART
PAUL BEHREN
SARA SUKARIE

Ödön von Horváth zeichnet in seinem Roman „Jugend ohne Gott“ aus den 1930er Jahren am Fall eines Lehrers und einer Gruppe von Schülern das Bild einer Gesellschaft, die im Klima zunehmender Naziideologie Werte und ethische Grundlagen verliert. Der Lehrer stößt beim Korrigieren der Schularbeiten auf den Satz des Schülers N: „Alle Neger sind hinterlistig, feig und faul.“ Als der Lehrer seine Meinung in der Klasse äußert, dass alle Menschen gleich sind, stellt sich die gesamte Schülerschaft gegen ihn. Die Fragen nach persönlicher Haltung und Verantwortung werden im Lehrer immer dringlicher. Nachdem einer seiner Schüler ermordet wird, muss der Lehrer eine klare, unbequeme Position beziehen. Der Regisseur Manuel Braun befragt den Roman nach seiner Aktualität. Was tun, wenn man in Zeiten latenten Rassismus Unrecht erkennt, aber zu feige oder bequem ist, dagegen anzukämpfen.

Pressestimmen:

"Mit nachhaltigen Bildern, auf der von Aylin Kaip gestalteten Bühne, gelang eine beeindruckende Umsetzung des Romans in Erzähltheater. Schlanke Baumstämme standen verteilt auf der Spielfläche, Wald, dazwischen das Pult des Lehrers, die mit der Lehne dem Publikum zugewandten Stühle der Schüler."

theaterkritiken.com

 

"Kahle Baumstämme ragen zur Decke empor. Nur ein Pult und ein paar Stühle hat Aylin Kaip auf die Bühne gestellt, die als Klassenzimmer, Ferienlager und Gerichtssaal dient. Manuel Braun setzt bei seiner dichten, schnickschnackfreien Inszenierung, die er in Zusammenarbeit mit dem Volkstheater realisierte, auf Reduktion und Stilisierung."

Münchner Feuilleton

 

"Ein paar schlanke Baumstämme lässt Bühnen- und Kostümbildnerin Aylin Kaip von einer langen Parkettboden-Insel zur Decke wachsen. Ein Lehrerpult plus Stühle markieren einen Klassenraum in den 1930ern, in dem das Drama eines Pädagogen beginnt...Insgesamt ist das aber eine überraschend gute Inszenierung, mit einem Team aus vier Volkstheater-Schauspielern und einem Gast das auch die Philosophie von Horváths Stück dem Publikum mit Spielwitz und Klarheit näher bringt"

Abendzeitung München, 25.05.2015

 

"Sepiafarbene Schlaglichter. Aylin Kaip hat auf die Cinemascope-breite Bühne einen lockeren Wald ohne Baumkronen gepflanzt. Bis auf die Hauptfigur sitzen alle Akteure zu Beginn mit dem Gesicht zur Wand. Das Setting des fest im Erzählerischen verwurzelten Abends ist spröde aber stimmig. (...) Sie alle tragen, als seien sie mit den Jahren ausgeblichen, Kostüme in Sepiafarben. Das passt."

Süddeutsche Zeitung, 21.05.2015

 

"Der rohe Raum, bestückt nur mit ein paar nackten Baumstämmen - es geht mit der Klasse ja ins vormilitärische Zeltlager - und ein paar Stühlen, passt für die nüchterne schulische Atmosphäre."

Münchner Merkur, 17.05.2015