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DIE RÄUBER 

nach Friedrich Schiller

Premiere  am 08.11.2016 EinsteinKultur München

FOTOS Aylin Kaip

REGIE ROBERT LUDEWIG
AUSSTATTUNG AYLIN KAIP
DRAMATURGIE NICOLAI STEINHART
MIT 
MORENA HUMMEL
FERDINAND ASCHER
DIETER FERNENGEL
RUBEN HAGSPIEL
THOMAS TRÜSCHLER

Schillers frühes Drama „Die Räuber“ schildert die tödliche Auseinandersetzung mit der väterlichen Ordnung, die ihnen Obdach und Liebe versagt und keine Zukunft mehr bieten kann. Karl ist eigentlich Everybody’s Darling, dem die Welt zu eng und bieder geworden ist. Teils aufgrund eigener Überschätzung und idealistischem Radikalismus, teils durch die Intrige des Bruders ist er verstoßen aus der Sphäre des Vaters und der Gesellschaft. Jetzt will er Vergeltung. Der Kraftmensch Karl schwingt sich zum Hauptmann einer Räuberbande auf, die gewaltsam und brutal die Gesetze bricht. Idealistischer Widerstandsgeist schlägt in Anarchie um, Empörung gegen das System in erbarmungslose Gewalt. Franz ist niemandes Liebling. Fehlende Vaterliebe und die Ungerechtigkeiten der Natur lassen den Zweitgeborenen zum rationellen Materialisten und Intriganten werden, der sich seinen (selbstgeschaffenen) Platz in der Welt erzwingen will. Machtmenschen sind sie beide.

Noch ganz dem Sturm und Drang gewidmet, sind die „Räuber“ zugleich das erste Stück in deutscher Sprache, das den Gedanken der Republik so deutlich ausspricht. Die alte gesellschaftliche Ordnung hat sich überlebt. Die Autorität der Väter hält für die Söhne nur noch Auflehnung gegen das System bereit. Es ist nichts weniger als das Ringen zwischen Gesetz und (individueller) Freiheit, so wie zwischen zwei Extremen modernen Denkens, die Schiller hier verhandelt