DIE REISE INS INNERE DES ZIMMERS

von Michal Walczak

Premiere am 03.07.2010 im Bayerischen Staatsschauspiel München

1/15
REGIE SEBASTIAN LINZ
BÜHNE AYLIN KAIP
KOSTÜME META BRONSKI
MUSIK BEN KNABE
LICHT CHARLOTTE MARR
 
MIT
OLIVER MÖLLER
HANNES LIEBMANN
SEBASTIAN M. WINKLER
KATHARINA GEBAUER
FREDERIC LINKEMANN
 

Jerzy Haut möchte alles richtig machen auf dem Weg in die Welt des erwachsenen Lebens. Mit dem planlosen Studieren soll nun Anfang dreißig endlich Schluss sein, raus aus dem Studentenwohnheim in eine eigene Wohnung. Doch das neue Zimmer wird nicht wie erhofft gemütliches Familiennest und Ausgangspunkt in die Welt – die Welt scheint vielmehr in das Zimmer einzudringen. Haut verliert zunehmend die Orientierung, bis er nicht mehr unterscheiden kann, wo das Innen endet und das Außen beginnt, ob der Stuhl auf der Straße oder in seinem Zimmer steht. Aber die Verwirrung ist nicht nur der neuen Lebenssituation geschuldet: Judas und ein abgerissener Theatervorhang, zwielichtige Gestalten aus einer anderen Zeit, scheinen das Zimmer seit Jahrzehnten zu kennen und wollen nun endlich wieder ein „richtiges Drama“.

Michal Walczak verwebt in der Reise ins Innere des Zimmers die Geschichte Hauts, der an seinem Wunsch, erwachsen zuwerden, zerbricht, und die märchenhaft-absurde Geschichte des mysteriösen Spielleiters Vorhang und des einsam-empfindsamen Judas, bis nicht mehr zu unterscheiden ist, was Realität ist und was dem Wahn des Protagonisten entspringt.

Pressestimmen:

"Die Bühne (Aylin Kaip) wurde von dem Zimmer beherrscht. Es kam in seiner Holperigkeit einer gebirgigen Landschaft gleich. Hautfarben war der Stoff, mit dem alles überdeckt war, eine Grube - es könnte der Magen sein, in dem das von außen Zugeführte umgewandelt und verwertet wird - bildete den Mittelpunkt. Es ist die Haut, dieses lederartige Gewebe, welche das Innere des Menschen zusammenhält, ihn bedeckt und abgrenzt. Sie ist sein größtes Sinnesorgan. Aufgebreitet lag sie vor dem Zuschauer. An den Rändern verbildlichten Drahtskulpturen weitere Organe, aber auch die Bäume vor dem Haus und die Wände des Zimmers."

theaterkritiken.com